
Das Berliner Multitalent Gerd Dembowski aka Fefczak macht sich bei Fußballgroßereignissen gern aus dem Staub. Dieses Mal in Richtung England, wo er in Teil eins seiner Serie auf unerwartete Gastfreundschaft stößt.

Leer gefegte Straßen in der Innenstadt, durch die der Wind einen leeren Bierbecher treibt. Ein paar bunte Wimpel, die in der immer kühler werdenden Brise von den Karawanken flattern. Einige Läden sind geschlossen, manch andere werden sicherlich nach der EM Konkurs anmelden: Ghost City Klagenfurt.

Von echten Österreichern bis zum Üben der Nationalhymne - in EM-Zeiten treibt der Patriotismus wilde Blüten. Sieht man genauer hin, erzählt einem der Boulevard sein "Sommermärchen" - und das hat nicht immer mit Fußball zu tun.

Das Auftaktauftreten der »Roja« gegen Russland nährt die Hoffnung, dass eine zur Regel erhobene Floskel bald der Vergangenheit angehören könnte. Vielleicht bekommt Luis Aragones dann auch seinen Nachnamen wieder zurück.

Frankreich platt und willenlos, Rumänien unfähig: Im ersten Spiel des vermeintlichen Titelfavoriten und des vermeintlichen Geheimtipps stellten sich beide, na ja, letztlich lediglich als vermeintlich heraus.

Während der EM fährt ein »Fanbus« des Zweiten Deutschen Fernsehens kreuz und quer durch die beiden Gastgeberländer, um möglichst viel Stimmung einzufangen. Überraschungen für die Mitfahrer inklusive.

»Its all about football and fun« steht auf dem Mannschaftsbus der polnischen Auswahl. Den Mienen der Nationalspieler bei der Begrüßung in Wien nach zu urteilen, ist dieser Slogan nicht ganz wörtlich zu nehmen. Teilnahmslos marschierte die Mehrheit der Nationalspieler nach ihrer Ankunft ins Hotel.

Das schwedische Lager atmet durch. Der Auftakterfolg gegen die griechische Menschenmauer war hart erarbeitet, entspricht aber bereits der halben Miete fürs Viertelfinale.

Nach zwei schwächeren Tagen am Wochenende ist seit Montag wieder einiges los auf Europas längster Partymeile. Besonders in der Früh und am späten Nachmittag ist der Andrang kaum zu bewältigen.

Neben UEFA-Funktionären und offiziellen Sponsoren kommen bei der EM auch zahlungswillige Unternehmen in den Genuss von VIP-Karten. Lottoscheine mussten sie dafür allerdings keine abgeben.

Der Schlagabtausch der deutschen und polnischen Boulevardpresse scheint langsam abzuklingen. Während die Bildzeitung triumphierte, konnten sich die polnischen Medien nicht mit der Tatsache abfinden, dass ein gebürtiger Pole Deutschland zum Sieg verhalf.

Im Vorfeld des heutigen Einstiegs der Landslag in das EM-Turnier gegen Griechenland ist in Schweden eine lebhafte mediale Diskussion über die Zusammenstellung und die taktische Ausrichtung der Mannschaft entstanden, wie es sie in dieser Form vor keinem der jüngsten vier Großereignisse mit schwedischer Beteiligung gab.

Spaniens Teamchef Luis Aragones vertraut auf ein 5-4-1-System. Weil es ihm aber an echten Flügelspielern mangelt, dürfte Spanien auch 2008 nicht Europameister werden.

Die großen Public-Viewing-Plätze sind auch in Deutschland voll mit halblustigen Eventfans und besoffenen Hurrapatrioten. Ein Lokalaugenschein aus Hamburg.

Montag, 2.50 Uhr, Wien West: Der Nachtzug 15164 Richtung Zürich fährt ab. Extra für die EM eingeschoben ist er voll mit internationalen Journalisten, die während des Turniers Freifahrt mit ÖBB und SBB genießen, und kroatischen Fans, denen die Auswirkungen des 1:0-Erfolgs über die Österreicher deutlich anzumerken sind.

Am Ende hatte der Sieg der Kroaten über Österreich einen fahlen Beigeschmack. Weniger, weil er nicht unbedingt verdient zu Stande gekommen war, sondern weil Slaven Bilic in der Kabine die ultranationalistischen Gitarren der Band Thompson krachen ließ.

Klagenfurt am Tag vor Deutschland gegen Polen: Sicherheitskräfte an allen Ecken und Enden. Nur der Fanansturm wurde den Erwartungen trotz erster Rangeleien bisher nicht gerecht.

Wenn du Rumänien sagst, rümpfen alle die Nase. Spötteln. Wie kann man für eine Mannschaft sein, deren Spieler Namen von Operettenfiguren tragen. Und überhaupt: diese Dressen! Balkanschick, aber aus der vorletzten Abteilung links hinten, knapp neben dem Lieferanteneingang.

Knapp vor dem Erstrundenspiel gegen Polen streuen Internetseiten "nicht bestätigte wilde Gerüchte". Die Kleine Zeitung glaubt daran und legt schonunglos die Hintergründe bloß.

Statt einer Offensivkraft nominierte der niederländische Teamchef Marco van Basten für den verletzten Ryan Babel überraschend einen Innenverteidiger nach. Seine Kompromisslosigkeit macht Khalid Boulahrouz zu einer ständigen Gefahr. Für beide Teams.

Schweden hat gestern seinen Nationalfeiertag begangen. Gefeiert wurde der am 6.Juni 1523 vollzogene Austritt aus der Kalmarer Union, also die faktische Unabhängigkeit des Landes. Das Nationalteam bereitet sich derweil in Lugano auf das erste Gruppenmatch vor. Von der Aufbereitung der medialen Berichterstattung könnte sich der ORF noch einiges abschauen.

Wer sich die Hochsicherheitstrakte der offiziellen Fanzonen samt Leibesvisitation, Fähnchenschwingen und Kommerzdröhnung ersparen will, ist in der ballesterer-Lounge im WUK am besten aufgehoben. Gemeinsam mit dem beliebten Radiosender FM4 und den befreundeten Magazinen 11FREUNDE und ZWÖLF präsentieren wir alle 31 EM-Spiele im wunderbaren Innenhof des Kulturhauses in Wien-Alsergrund.

Zu kleine Stadien, zu wenig Karten, zu viel Kommerz, zu wenig Bier für zu viele Euros: Auch die Heim-EM findet im Fernsehen statt. Wer die Spiele mit Freunden sehen will, geht zum Wirten. Eine Vorschau auf das Live-Geschehen in den inoffiziellen Fanzonen Wiens.
Kommerzialisierung, Repression und alternative Ansätze von Fans stehen am Sonntag im Mittelpunkt einer Diskussion im Wiener Amerlinghaus. Die Sozialistische LinksPartei (SLP) hat dazu u.a. den englischen Fanaktivisten und Buchautor John Reid eingeladen.

Cristiano Ronaldo bei ManU ist nicht gleich Cristiano Ronaldo bei Portugal. Ob der 23-jährige Torschützenkönig von Premier und Champions League seine sensationelle Saison mit einer glanzvollen Euro abschließen kann, steht in den Sternen.

Das mediale deutsch-polnische Säbelrasseln ist vor dem sonntägigen Auftaktspiel der beiden Teams in Klagenfurt in vollem Gang. Da rollen Köpfe und werden Schlachten aus dem 15. Jahrhundert bemüht. Der Springer-Verlag ist an beiden »Fronten« involviert.

»Deutschland Ein Team Ein Ziel«. Die Aufschrift auf dem DFB-Mannschaftsbus könnte programmatischer kaum sein. Rund um das Gefährt glauben findige Boulevardjournalisten dieser Tage eines der letzten Geheimnisse rund um die deutsche Nationalmannschaft gelüftet zu haben. Geht es nach
Bild, soll die Sitzordnung mit der heimlichen Hierarchie im Team identisch sein.

Andreas Schuler ist Gärtner von Beruf und in dieser Eigenschaft Meister des Rasens im Thermenstadion von Bad Waltersdorf, auf dem sich das polnische Team auf die EM-Spiele vorbereitet. Das optimale Grün ist für den Fußballmuffel eine reine Sache des Gefühls.

Von den vorhergesagten 8.000 EM-Jobs natürlich alles begehrenswerte, sozial abgesicherte Dauerarbeitsplätze - dürften geschätzte 7.990 in der Medienbranche entstanden sein. Anders ist die täglich hereinprasselnde Meldungsflut nicht zu erklären. Um unser aller Informationsbedürfnis zu befriedigen, wird jede noch so kleine Unwichtigkeit auf EURO getrimmt. So erfahren wir zum Beispiel alles zum Thema Fußball und Religion, um die nächsten Wochen in ballestrischer Glückseligkeit zu verbringen.

Eine Airport-Bar in London-Heathrow: Rund 20 Männer in eleganten Anzügen stehen bei ein paar Bieren zusammen. Es handelt sich um die englischen Nationalkicker, die soeben einen langen und ereignislosen Heimflug aus der Karibik hinter sich gebracht haben. Doch sie kommen nicht vom Urlaub, sondern sind soeben in diesem angekommen.