Salzburg ist jüngst in die fünfte Red-Bull-Saison gestartet. Da ist es Zeit, Bilanz zu ziehen. Huub Stevens ist der vierte Trainer im fünften Spieljahr im Namen der Dose. Satte 123-mal wurde ein Spielername auf den Spinden in der Salzburger Umkleidekabine angepickt oder wieder runtergekletzelt, glaubt man der Auflistung auf transfermarkt.at (inklusive Leihgeschäften, aber ohne Red Bull Juniors!). Im Sommer 2009 war der vierte komplette Umbau angesagt, das vierte Mal, dass ein neuer Trainer den Verein nach seinen Vorstellungen wieder umkrempelt. Kein Wunder also, dass das Stadion in Wals-Siezenheim immer mehr zum Mahnmal der Ineffizienz und des Scheiterns wird. Dabei war es doch der innige Wunsch von Klubbesitzer Didi Mateschitz, von diesem Stadion aus mittwochs zur besten Sendezeit seine Dosen-Werbebotschaft zu übertragen. In der Champions League. Gelungen ist das bisher nicht, selbst das Pflichtprogramm Meistertitel wurde eher mit Hängen und Würgen absolviert.
Langsam, aber sicher muss sich Sportdirektor Heinz Hochhauser Fragen gefallen lassen. Zwar wurden heuer nicht wie in den vergangenen Jahren Spieler geholt, die ihren Zenit längst überschritten haben. Aber die Dauerbaustelle Siezenheim hinterlässt ihre Spuren am Feld. Budgetiert sind für das Geflügel in Salzburg heuer 40 Millionen Euro. Dazu kommen die Dependance in New York und die Akademien in Ghana und Brasilien. Und nach drei Jahren Suche wurde jetzt endlich auch der deutsche Symbiont gefunden. Statt eines Traditionsvereins wurde der SSV Markranstädt umgepinselt, aus dem 15.000-Einwohner-Vorort von Leipzig. Man hat wohl aus den Protesten in Salzburg gelernt. Mittlerweile firmiert der Verein als RasenBallsport Leipzig, weil Sponsoren im Vereinsnamen in Deutschland verboten sind. Präsident ist mit Andreas Sadlo ein hauptberuflicher Spielermanager. Selbst wenn sich diese Personalunion weniger unheilvoll auswirken sollte als das Salzburger Wirken eines Mannes, dem Didi Mateschitz einem Gerichtsurteil zufolge auch heute noch straffrei »Ungereimtheiten bei Spielertransfers« vorwerfen darf, wird das Unterfangen kein leichtes: Um Makranstädt aus der Oberliga Nordost-Staffel Süd (5. Liga) in die Bundesliga zu führen, wird einiges an Dosen nötig sein. Kleines Experiment: Man nehme das Budget je eines Klubs im vorderen Drittel der jeweiligen Liga und addiere es. Dann ergibt das eine Zahl jenseits der 35 Millionen Euro für den Durchmarsch von der 5. in die 1. Liga. Natürlich ohne Sitzenbleiben. Ob da nicht gerade die nächste große Geldvernichtungsmaschine gebaut wird? Otto Konrad wirds wurscht sein. Zu Recht.






Salzburg, New York, MaRkranstädt. Der Red-Bull-Konzern vernichtet im Fußball Geld in großem Stil. Ein Lob der Ineffizienz.
erscheint am 12. Juli 2013.
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