Box-to-Box, the/le/(bald auch)der

Klaus Federmair | 12.05.2008
Spieler, der regelmäßig auf dem gesamten Spielfeld entscheidend eingreift. Besonders gewiefte Techniker werden jetzt etwas von »box-to-box redundancies« und »box-to-box disk mirroring« zu schwafeln beginnen. Allein, sie sind am falschen Dampfer, denn hier geht es nicht um Computernetzwerke, sondern darum: Wer netzt offensiv, fuhrwerkt defensiv und hat die Technik im Fuß statt auf der Festplatte?

Das Einsatzgebiet des Box-to-Box erstreckt sich vom eigenen bis zum gegnerischen Strafraum (engl. penalty box). Als herausragende Beispiele gelten der Engländer Steven Gerrard und der Franzose Patrick Vieira. In Belgien, zwischen den Heimatländern der beiden gelegen, wurde der Box-to-Box sogar zum Sportwort 2007 ernannt. Nicht etwa, weil es dort so viele Exemplare davon gäbe. Im Gegenteil: Das Management von Rekordmeister Anderlecht ist seit vielen Monaten auf der Suche nach einem Box-to-Box und bestätigt bei jeder zweiten Pressekonferenz, dass immer noch keiner in Sicht ist. Auch wenn es komisch klingt: »Nous cherchons un vrai box-to-box« die Belgier hören nicht auf, ihn zu beschwören.

Im deutschen Sprach- und Strafraum wurde der Wunderwuzzi des modernen Fußballs noch nicht gesichtet. Obwohl Michael Ballack manchmal als Box-to-Box bezeichnet wird aber erst seit er in England kickt. Aber halt, in England spielen doch auch Österreicher! Und war da nicht etwas vergangenen Sommer? Genau, Ex-Wigan-Trainer Chris Hutchings sagte in einem Interview mit den Manchester Evening News: »I see Scharner in a midfield role going box-to-box.« Sollte der Niederösterreicher doch noch ins Nationalteam zurückkehren und bei der EM auf Ballack treffen, dann wird der Begriff auch aus den österreichischen Medien nicht mehr wegzudenken sein. Auch wenn es noch komischer klingt, die Krone-Schlagzeile ist vorprogrammiert: »Das Duell der Box-to-Boxen!« 


Referenzen:

Heft: 33
Rubrik: Serien
ballesterer # 82

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Der nächste ballesterer fm erscheint am 12. Juli 2013.

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