Dr. Pennwiesers Notfallambulanz

cache/images/article_1301_47drpenn_140.jpg Eine Schürfwunde kann weh tun, safteln und sich »infiszieren«. Was sie nicht kann, ist Narben hinterlassen. In der Notfallambulanz erfährt man, wie eine solche Verwundung zu verarzten ist, wie nicht und welche Rolle die Biene Maja dabei spielt.
Wolfgang Pennwieser | 03.11.2009
Viel hat es nicht geregnet im September. Das hat man gemerkt; beim Scheiberl Cup war der Ostbahn-XI-Stadionrasen trocken und stumpf. Jedes einzelne Gelenk hat man gespürt beim Lauf über den harten Grund. Und beim Reinrutschen? Frage nicht. So, als ob du beim Inlineskaten auf der Donauinsel ausrutschst oder beim Ballholen auf der Aschenbahn stolperst.

Jedenfalls gab es nach dem Cup ein großes Gejammer und Wehwehklagen in der Kabine der ballesterer-Altherren. ­Bestimmt auch wegen der Enttäuschung über den letzten Gruppenplatz, der freilich alles andere als verdient war. Hauptsächlich aber wegen der Blessuren an den Knien und Händen der ballesterer-Honoratioren. Denn wenn du ein älterer Herr bist und stolperst, musst du dich unbeholfen mit den Händen abfangen und kannst dich nicht judomäßig abrollen. So entstehen die schönsten Schürfwunden.
Gejammert wird über das Aua dann natürlich erst in der Kabine. Beim Duschen etwa, wenn das Axe Dark Temptation über die offene Haut rinnt. Der Krennhuber Reinhard wollte sich gleich ein Wund­puder auf seine geschundenen Knie stauben. Und der Schreiner Martin griff gar nicht feig zur ballesterer-Sport-Massage. Weil, so das Argument des Steirers: »Schmier is Schmier.« In Bezug auf die Wirkung hat er vielleicht nicht ganz unrecht. Denn, ob du dir nun eine Sportsalbe oder eine Wundsalbe auf die frische Wunde draufgibst, ist egal. Helfen wird dir weder das eine noch das andere, jedoch: brennen tut eine Sportsalbe schon mehr.

Säubern nicht pudern
Eine Verarztungsregel sagt: vorerst keine Schmierereien auf Schürfwunden. Denn zuerst gilt es die Wunde zu säubern. Nach einem Sturz auf der Aschebahn kann man schon gehörig Dreck aus der Wunde rausholen. Zur Wundreinigung eignet sich das braune Betaisodona® oder das farblose Octenisept®, beides Lösungen zur Wund- und Schleimhautdesinfektion. Danach kann man mit einem normalen Pflasterl die gereinigte Hautstelle versorgen und schauen, was passiert. Über den Tetanusimpfschutz sollte man sich auch noch Gedanken machen, denn ein Wundstarrkrampf ist unlustig und kann leicht vermieden werden. Feuchte Wundauflagen sind zu empfehlen, wenn es darum geht, ein Verkleben der Wunde mit dem Verband zu verhindern. Denn nicht selten reißt man sich mit dem Pflaster auch gleich das neu gebildete Granulationsgewebe herunter, und die Wundheilung darf wieder von vorn beginnen. Wundgaze ein grobmaschiges, beschichtetes Kunstfaserfleckerl ist dafür auch geeignet. Hydrokolloidverbände kommen bei stark saftelnden Wunden zum Einsatz.

Bio von der Biene Maja
Sollte sich das Ganze infizieren der Kicker sagt in der Regel »infiszieren« dazu ist die Region um die Wunde gerötet, geschwollen und oft auch schmerzhaft. Trockene Infektionen können mit Wundhonig behandelt werden. Dieser enthält keine Konservierungsstoffe oder Stoffe, die Allergien hervorrufen, keine Antibiotika, freilich auch kein Kortison und kommt besonders gut an bei Biofuzzis. Der Wundhonig schaut aus wie Honig und ist auch ein Honig nur halt sterilisiert und besonders geprüft. Die Verheilung einer Schürfwunde verläuft bei jungen Fußballern, die gesund und regelmäßig Honigbrote essen, in der Regel komplikationslos. Sofern sie ihre Wunden brav reinigen und ein Pflasterl draufgeben.

Die nächste gute Nachricht ist: es gibt keine Narben. Denn eine Schürfwunde ist eine Verletzung der Oberhaut, diese wird nachgebildet und verheilt narbenlos. Sollten die Herren Krennhuber und Schreiner von ihren Hausmitteln Abstand genommen haben, dürften auch ihre Wunden gut verheilt sein; wobei Honigbrote hat man die beiden noch nie essen gesehen

Referenzen:

Heft: 47
Rubrik: Serien
ballesterer # 82

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Der nächste ballesterer fm erscheint am 12. Juli 2013.

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