Violette Detailwelt

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Mit 80 Sportplatzanekdoten und 55 lexikalischen Einträgen dokumentiert der „Weltalmanach“ die Jahre von Austria Salzburg im Amateurfußball.

Christian Bruckner | 07.02.2017

Der „Weltalmanach“ des Austria-Salzburg-Fanklubs „Axxa Viola“ dokumentiert das Unterhausjahrzehnts des Klubs in den Jahren zwischen 2006 bis 2015. Jeder Sportplatz und jedes Stadion, in dem die Salzburger Austria von der untersten Liga bis zur vorerst nur kurzen Rückkehr in den Profifußball spielte, wird vorgestellt. Neben einem Spielbericht gibt es zu jedem Platz Daten, Fakten und zahlreiche Fotos. „Viele PKWs und immerhin drei Busse fielen im beschaulichen 900-Seelen-Dorf ein und sorgten so für einen positiven Ausnahmezustand mitten in der Einöde“, ist beispielsweise über das Spiel in Perwang 2006 zu lesen. Aufstellung, Torfolge und Zuschauerzahl werden penibel vermerkt. Auch der Humor kommt nicht zu kurz, etwa wenn im gegnerischen Tormann ein Wiedergänger von Rene Higuita erkannt wird.

ballesterer: Sie haben mit Ihrem Fanklub den „Almanach“ herausgegeben. Wie ist es zur Idee gekommen?

Stefan Nießner: Das Buch ist aus der – anfangs nicht ganz ernst gemeinten – Überlegung entstanden, einen Merchandisingartikel von „Axxa Viola“ auf den Markt zu bringen. Mit Fotos und einer Anekdote zu jedem Platz, auf dem wir nach der Wiederauferstehung gespielt haben, wollten wir eine bleibende Erinnerung für Austrianer und Interessierte erstellen.

Die Erlöse aus dem Buchverkauf gehen an die Initiative „Heimat für die Austria“, die die Infrastruktur und den Spielbetrieb der Austria unterstützt. War das auch ein Motiv?

Anfangs überhaupt nicht. Als die Buchidee aufgekommen ist, haben wir ja nicht geahnt, was die Austria noch durchmachen sollte. Nachdem der Konkurs abgewendet wurde, war uns schnell klar, dass der Erlös abzüglich der Produktionskosten in der Initiative am besten aufgehoben ist.

Viele der Einträge zeigen einfache Sportplätze am Land, die von hunderten Leuten bevölkert werden. Was sind die wichtigsten Unterschiede dieser Auswärtsspiele zur Bundesliga-Zeit?

Organisatorisch war oft Erfindungsgeist gefragt, aber im Unterhaus geht es etwas lockerer zu. Wenn es Heimsupport gegeben hat, reichte die Palette von Feuerwehrleute und Pensionisten, die mit Sirenen und Hupen auf sich aufmerksam gemacht haben, bis zu Nachwuchsultras und den „Dornbirner White Devils“, einer der wenigen organisierten Gruppen.

Was waren die Höhepunkte und Tiefpunkte?

Im Salzburger Unterhaus haben sich die meisten Vereine über ein Gastspiel der Austria gefreut. Oft ist so etwas wie Dorffeststimmung aufgekommen. Leider sind wir manchmal aber auch als Cashcow betrachtet worden. Negativer Höhepunkt war Plainfeld, wo wir auf einer Pferdekoppel untergebracht worden sind. In der Regionalliga war der Tiroler Kleinkrieg gegen die Austria das dominierende Thema. Positiv hervorzuheben sind die großveranstaltungserprobten Kitzbüheler und die Spiele in Dornbirn und Bizau.

Axxa Viola (Hg.)

„Weltalmanach“

(Eigenverlag 2016)

Referenzen:

Heft: 119
Rubrik: Rezensionen
ballesterer # 119

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