Die Architekten dieses bipolaren Vergnügens sind Trainer Thomas Schaaf und Sportdirektor Klaus Allofs. 1999 starteten sie in ihre Ämter. Schaaf wuchs am Brommyplatz auf. In Sichtweite zum Weserstadion. In Sichtweite zum Steintorviertel. Als Coach hat er beide Pole vereint. Das Ergebnis ist grün-weiße Anarchie. Drohte das Spektakel wegen exilierender Spieler zu versiegen, legte Allofs nach: Ailton, Micoud, Diego, Özil, zuletzt Arnautovic. Auf diese Weise firmierte Werder zwölf Jahre lang als der deutsche Vertreter für große Dramen. Legendäre Europapokalnächte, Meisterschaft, Abstiegsangst. Ein kickender Januskopf.
Eine von Schaaf und Allofs geformte Mannschaft braucht den Rückstand, um zu siegen. Jetzt stocken die Vertragsverhandlungen mit dem Duo. Sind die Verantwortlichen des Spektakels müde? Hat sich das hanseatische Herz an der tausendsten Aufholjagd erschöpft? Mit Schaaf und Allofs würden die Chefdramaturgen gehen. Kein Genie mehr, kein Wahnsinn. Das Feuer der Tonnen im Steintorviertel würde erlöschen. Bremen wäre eine normale Stadt mit einem normalen Verein.
Moritz Herrmann ist freier Journalist aus Bremen. Er schreibt für »11FREUNDE«, das Jugendfußballmagazin »JuFuMa« und das »Sport-Mikrofon«.






Bremen ist eine komische Stadt, hier gibt es das Steintorviertel. Auf dem Pflaster klebt immer noch der linksalternative Geist der 1980er Jahre. An Donnerstagen brennen Mülltonnen. Jazz in der Luft. Punk in der Luft. Genie und Wahnsinn. Nahe dem Steintorviertel liegt das Weserstadion, die Heimstätte des SV Werder Bremen.
erscheint am 12. Juli 2013.
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