Eigentlich könnte man über die Szene kommentarlos hinweggehen, so etwas passiert doch bei jedem zweiten Spiel. Aber halt: Gerade weil Konfusionen um Abseitsentscheidungen beinahe alltäglich sind, sollten wir uns dem Thema »Abseits« eingehender widmen.
Warum ist es selbst für erfahrene Schiedsrichter so schwierig, die richtige Entscheidung zu treffen? Ungern erinnern wir uns an diverse Fehlentschei¬dungen bei der letzten WM zurück, Schwamm drüber. Welchen Einfluss hat die Abseitsregel auf die Spielgestaltung? Wozu brauchen wir die Regel überhaupt?
Manchmal könnte man den Eindruck gewinnen, die Assistenten an den Linien bemühen sich, ihre untergeordnete hierarchische Stellung im Triumvirat durch übermäßiges Wacheln zu kompensieren im Zweifelsfall gibt man Abseits, wozu läuft man denn 90 Minuten die Linie auf und ab? Aber bleiben wir fair nicht nur für den Hauptschiedsrichter, auch für den Assistenten ist es tatsächlich fast unmöglich, den Abseitsregeln genüge zu tun: Er muss gleichzeitig den abspielenden Spieler sowie die dem Tor nächsten Spieler im Auge haben, muss entscheiden, ob der inkriminierte Angreifer eventuell ins Spiel eingreift oder nur passiv herum steht, und das alles in Sekundenbruchteilen. Schließlich soll er »sofort pfeifen und nicht abwarten, ob das Zuspiel ankommt« (Erläuterungen des International Board zur Regel 11 Abseits). Stress für die Schiris ist vor¬programmiert, immerhin sind knappe Abseitsentscheidungen meist konse¬quenzschwanger und somit häufig umstritten.
Wozu also eine Regel, die der Laie ohnehin nicht versteht, die kaum verlässlich zu exekutieren ist und die trotzdem immer wieder Spiele entscheidet? [ruf]






erscheint am 12. Juli 2013.
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