100 Jahre lang waren Duisburger Verteidiger stolz darauf, dass sie einen fahrenden D-Zug mit der rechten Klatsche aufhalten können. Wer mit Intelligenz statt Körperkraft spielen wollte, musste immer schon den Verein verlassen. Darum ist Stig Töfting eigentlich der perfekte Duisburger. Eine aufbrausende dänische Dynamitstange, der menschgewordene Pitbull. Redet wie Wencke Myhrre und verhält sich wie eine Zwergenausgabe von Mike Tyson. Als »Zebra«-Anhänger warf man ihm das nicht vor und man war immer wieder froh, wenn er nach der Sommerpause nicht in Aarhus im Gefängnis saß, sondern zur neuen Saison gegen den Abstieg mitprügelte.
Aber dann enthüllte er sein wirklich brutales Gesicht: aus privaten Gründen wollte er nach Aarhus zurück, der dumpfmenschliche MSV-Vorstand ließ ihn ablösefrei ziehen. Nach zwei Wochen verkaufte Aarhus ihn für gutes Geld an den Hamburger SV und fortan spielte der Hurensohn gegen die geprellten Duisburger. Der MSV selbst sah keine müde Mark.
So ists in Duisburg, so war es immer und wird es immer sein. Der einäugige Lothar Buchheim, Autor von »Das Boot« und Kunstsammler hatte der maroden Ruhrpottstadt versprochen, ihr seine große Kunstsammlung zu schenken. Unter der Auflage ein Museum zu bauen. Die Stadt baute das Museum und Lothar Buchheim überlegte es sich wieder anders. Das finanzschwache Duisburg war noch finanzschwächer und hatte ein leeres Museum. Stadt und Fußballverein bilden eine traurige Symbiose. Da wünscht man sich nur, dass irgendwann einmal Stig Tüfting in einer bar Lothar Buchheim trifft. Auch Duisburger werden ja mal träumen dürfen...






erscheint am 12. Juli 2013.
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