Sondern lieber die Personaldaten der Allgemeinheit einheben. Der Innenminister heißt zwar nicht mehr Pisanu, seine Dekrete werden aber weiterhin exekutiert. Tickets gibt es nur gegen Vorlage eines Ausweises. Vor den Kassenhäuschen bilden sich deshalb Schlangen, die einen nur sehr langsam nach vorne spülen. Die Schikanierten ertragen es mit Murren. Nur ein Pensionist verschafft nach Erhalt der Karten seinem Ärger über die unnötige Bürokratie gestenreich Luft.
Der ältere Herr kommt wie wir mit Verspätung in die Curva Furlan. Die Fankurve ist steil und als einzige Tribüne der hoffnungslos überdimensionierten 32.500er-Schachtel gut gefüllt. Den rechten Ruf der Triestina-Fans bestätigen ein paar italienische Fahnen, auf deren Rückseite mitunter der Schriftzug »Istria« prangt. Abseits dessen hat sich eine breite Mischung an Generationen eingefunden, die sich an vereinzelten Affenlauten gegen schwarze Atalanta-Spieler nicht stört und ihre »Alabardati« zu einem verdienten Sieg nach Verlängerung treibt.
Die Spieler feiern den Aufstieg und die Aussicht auf zwei Matches gegen Roma bei einer zünftigen Maß und Riesen-Bruschette im »Löwenbräu« am Hafen. Dass Serie B-Kicker in Triest überhaupt größere Freiheiten zu genießen scheinen, zeigt eine spätabendliche Nachbesprechung des Spiels vor dem Lokal, bei der sich die halbe Mannschaft und Trainer Agostinelli genüsslich eine Zigarette anrauchen. [rk]






erscheint am 12. Juli 2013.
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