Nachdem sich beide OM-Kurven mit ihren eigenen DJs auf das Match eingestimmt haben, präsentieren sie beim Einlauf der Mannschaften mehrere Choreographien. In einem ohrenbetäubenden Wechselgesang wird symbolisch zu den Waffen gerufen. Die Aufforderung scheint bei der Offensivabteilung am Feld kaum Gehör zu finden, ohne den verletzten Djibril Cissé wirkt das Spiel nach vorne harmlos. Einzig Publikumsliebling Samir Nasri versucht es immer wieder meist vergeblich mit Pässen in die Tiefe. Zur Halbzeit werden das 0:0 und die äußerst dürftige Leistung mit ersten Pfiffen kommentiert.
Sechs Minuten nach Wiederankick dann die kalte Dusche: Nizza trifft aus einem Konter, und einige wagemutige Nizza-Fans erklimmen den riesigen Zaun. In der Folge werden die ideenlosen Marseillais zusehends nervöser. Einfache Querpässe landen auf der Tribüne, Torchancen bleiben Mangelware. Während mein Sitznachbar frustriert das Gesicht in seinen Händen vergräbt, wendet sich der Oberrang der Virage Sud vom Spielfeld ab und setzt zum kollektiven Pogotanz an. Kurz vor Schluss gelingt den Auswärtigen dann auch noch ein zweites Tor, und die verzweifelten Rufe nach dem abgewanderten Didier Drogba werden immer lauter. »Mouille le maillot ou casse-toi«, tönt es aus der Virage Sud nach der ersten Heimniederlage gegen Nizza seit über 30 Jahren. Frei übersetzt: Trikot anschwitzen oder das Weite suchen. [roh]






erscheint am 12. Juli 2013.
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