Bei der diesjährigen EM werden die bulgarischen Esel froh gewesen sein, dass keiner von ihnen auf den Namen von Nationaltrainer Plamen Markov hörte. Zumindest wurden im Nachhinein keine neuerlichen Verluste in der Eselpopulation gemeldet. Zu neuen Massakern hätten Bulgariens Bauern jedoch allen Grund gehabt. Nachdem die Elf vom Balkan ihr erstes Spiel gegen das schwedische Traumduo Larsson/Ibrahimovic mit 0-5 verloren hatte, war jedem Besucher klar, dass Bulgarien heute gewinnen muss, um sich die Aufstiegschance zu erhalten. Selbst andere Trainer des Schreckens, wie Otto Rehhagel oder Winnie Schäfer, hätten erkannt, dass man in solch einer Situation ohne eigenes Tor nicht weiterkommt. Zumindest Rehhagel. Markov entscheidet sich allerdings für eine 7-2-1 Taktik.
Das Geschehen auf dem Platz ist einfach nur grauenhaft! Vom schwungvollen Spiel der Dänen gegen Italien ist nicht viel zu sehen. Der erste Bulgare traut sich kurz vor der Pause in den gegnerischen 16er, nur um beinahe die Führung zu erzielen. Die fällt im Gegenzug für die Dänen. Welch magische Anziehungskraft das Felsenstadion in Braga auf Groundhopper auszuüben scheint, zeigt sich in der Pause. »Aufhören, Aufhören!«-Sprechchöre in zig verschiedenen Sprachen erschallen von den beiden mächtigen Tribünen.
Die zweite Halbzeit wird noch schlimmer. Taktikfuchs Markov stellt auf 8-2-0 und »Gegner kaputt treten!« um. Für Kurzweil sorgt lediglich ein dänischer Fan, der vom Ordnungsdienst zunächst unbemerkt den steilen Hügel hinter dem Tor erklettert, um die Landesfahne zu hissen. Unsanft wird er an der Spitze gestoppt. Auch auf dem Platz geht es weiter zur Sache. In der 83. Minute hat der Schiedsrichter genug und stellt einen Bulgaren vom Platz. Wegen Meckerns. Unfassbar.
In der Schlussminute, während der Großteil der Zuschauer bereits darüber diskutiert, ob man wirklich das schrecklichste Spiel der EM-Geschichte gesehen hat, trifft Gronkjaer zum 0:2 - das endgültige Aus für die Bulgaren. Endlich der Schlusspfiff. Das Stadion atmet auf. Einige Tage später wird Markovs Nachfolger ernannt. Seine Name: Jawohl, Hristo Stoichkov. Die armen Esel! [end]






erscheint am 12. Juli 2013.
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