FC Südtirol – AS Gubbio

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FC Südtirol – AS Gubbio

30. Dezember 2016

Drusus-Stadion

Zuschauer: 500

Resultat: 2:2

Thomas Lanz | 07.02.2017

Der FC Südtirol entstammt dem Versuch lokaler Unternehmer, den Profifußball nach Südtirol zu bringen. 1995 übernahmen sie den SV Milland und benannten ihn um. Innerhalb weniger Jahre gelang der Sprung von der Amateurliga in die vierte Liga, 2010 sogar der Aufstieg in die Lega Pro. Von den einst hochtrabenden Plänen ist heute allerdings nur noch wenig übrig, es wird verstärkt auf die Nachwuchsarbeit gesetzt und der Aufstieg in die Serie B wird auch heuer nicht gelingen. Aktuell hängt der Klub im Niemandsland der Tabelle zwischen den Play-off- und den Play-out-Rängen fest. Am Ende sind die Verantwortlichen wohl froh, die Liga halten zu können. Zu groß ist die finanzkräftige Konkurrenz aus Venedig, Parma und Reggio Emilia, zu ambitioniert sind deren Pläne.

Auch der Zuschauerzuspruch lässt seit Jahren zu wünschen übrig, nur selten kommt er in den vierstelligen Bereich. Auch an diesem Freitagnachmittag verlieren sich nur knapp 500 Fans auf den zwei überdachten Tribünen des Drusus-Stadions in Bozen. Es wurde 1936 erbaut, hat knapp 4.000 Plätze und eine denkmalgeschützte Haupttribünenfassade. Der Klub spielt hier seit dem Aufstieg in die vierte Liga, es ist das einzige Stadion der Region, das die behördlichen Vorgaben erfüllt.

Wie praktisch alles in Südtirol sind auch die Durchsagen im Stadion und das Programmheft auf Deutsch und Italienisch gehalten. Stimmung herrscht heute nicht wirklich. Zum einen ist es sehr kalt, zum anderen gibt der Gegner nicht viel her. Wenige Wochen vorher kamen gegen den ehemaligen Europacupsieger aus Parma noch über 2.500 Zuschauer. Der Stimmungskern der Rot-Weißen umfasst etwa 20 Personen, die sich hinter dem Transparent der „Eagles“ versammeln und nur sporadisch zu hören sind. Die Gäste aus dem 500 Kilometer entfernten Gubbio werden von einem knappen Dutzend Fans unterstützt, die sich aber erst Ende der ersten Halbzeit Gehör verschaffen.

Die AS Gubbio belegt derzeit einen der begehrten Play-off-Plätze, bringt in der ersten Halbzeit aber gar nichts zusammen. Die Südtiroler nutzen zwei Fehler des gegnerischen Tormanns und gehen mit einem 2:0 in die Pause. Die zweite Hälfte verläuft gänzlich anders. Die ersatzgeschwächten Gastgeber weisen zunehmend körperliche Defizite auf. Ein 2:2 zum Ende ist die Folge. Dem FC Südtirol hilft das wenig. Ein Punkt ist zu wenig, um beruhigt ins neue Jahr zu rutschen.

Referenzen:

Heft: 119
Rubrik: Groundhopping
ballesterer # 121

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