Turnier und Diskussion zu Hellas Kagran

cache/images/article_1149_urkunde_140.jpg Die Diskussionen um den FPÖ-Politiker Martin Graf ebben nicht ab. Nach dem Bekanntwerden von Bestellungen von zwei seiner Parlamentsmitarbeiter beim rechtsextremen »Aufruhr«-Versand, rückte auch die Causa rund um die Suspendierungen von drei Spielerinnen beim FC Hellas Kagran wieder ins mediale Schlaglicht.
Clemens Schotola | 23.01.2009
Eigentlich war die Sache für Hellas-Kagran-Präsident Martin Graf ja schon ausgestanden. Ende Oktober 2008 wurden drei Spielerinnen bei Hellas, wohl auf Wunsch des nunmehrigen dritten Nationalratspräsidenten und »Alten Herrn« in der rechtsextremen Burschenschaft Olympia suspendiert. Zwar berichteten viele Medien von den Vorfällen, doch schon bald ebbte das Interesse am Rausschmiss wieder ab.

 

Öffentliche Solidarisierungen von Seiten Hellas Kagrans mit den betroffenen Spielerinnen blieben aus. Immerhin habe ja Martin Graf Hellas gerettet, war aus dem Umfeld des Vereins zu hören. Und die Spielerinnen hätten intrigiert und selbst linke Parteipolitik betrieben. Ausgangspunkt der Proteste der drei Hellas-Kickerinnen gegen Graf war ein Spanferkelessen für FPÖ-Sympathisanten am Vereinsgelände, und zwar während des Trainings des Frauenteams.

 

Das Thema verschwand langsam aus dem Blickpunkt der Öffentlichkeit, nur vier Nachwuchsspieler des Union AC Mauer wagten, gegen die Suspendierung zu protestieren. Beim Aufwärmen vor einem Spiel gegen Hellas Kagran trugen sie T-Shirts mit der Aufschrift »Zeigt Martin Graf die rote Karte. Lasst Irene, Lucia und Margarita spielen!« Unerwünschtes Ergebnis des Protests: die Jugendlichen erhielten vom Wiener Fußballverband (WFV) Sperren von drei bzw. vier Spielen und Union Mauer eine Geldstrafe von 300 Euro. Abgesegnet wurde die Strafe vom Präsidenten des WFV, Kurt Ehrenberger, gleichzeitig interimistisch Präsident des ÖFB. Strafbegründung: »Rassismus und Diskriminierung«.

 

Doch zurück zu Hellas: Den oben genannten Spanferkelschmaus organisierte niemand geringerer als Marcus Vetter, T-Hemden-Besteller (Bericht Die Presse) und Mitarbeiter Grafs im Parlament. Und damit rückten auch die Vorgänge bei Hellas wieder ins Interesse der Öffentlichkeit und Medien. Die SLP (Sozialistische Linkspartei) organisiert zum Thema »Rassismus und Antirassismus in Österreich am Beispiel Hellas Kagran« am 24. Jänner eine Podiumsdiskussion. Teilnehmen werden unter anderen ballesterer-Redakteur Georg Spitaler und David Ellensohn, Stadtrat der Grünen. Davor veranstaltet die SLP im Hakoah Sportzentrum ein Antirassistisches Fußballturnier. Der ballesterer wird dort mit einer Mannschaft vertreten sein. ZuschauerInnen sind herzlich willkommen

 

Rassismus und Antirassismus in Österreich am Beispiel Hellas Kagran

 

Ort: LTM-Clubrestaurant, Wehlistr. 326, 1020 Wien (direkt neben dem SC Hakoah, Nähe U2-Stadion Messe)

 

Datum: Samstag, 24.01.2009 14:00

 

Am Podium:
   * Margarita Döller, suspendierte Spielerin
   * David Ellensohn, Stadtrat der Wiener Grünen
   * Wolfgang Purtscheller, Rechtsextremismusexperte
   * Werner Raabe, ASKÖ-Wien Vorsitzender
   * Georg Spitaler, Redakteur ballesterer

ballesterer # 98

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